Wir PILGERN zu VIERT
Wir PILGERN zu VIERT
In der Nacht von SA auf SO 04./05.09.2010 hat sich im Nachhinein ein für uns besonderes Ereignis angebahnt. Nachdem wir an diesem Tage TROJA (Truva) besichtigt hatten, entschlossen wir uns auf diversen Feldwegen durch Gemüseplantagen zu gehen (Tomaten, Paprika, Pfefferoni…) und direkt das nahe gelegene Meer „anzusteuern“. Nach etwa 10 km erreichten wir das entlegene Dorf YENIKÖY, welches auf keiner unserer Landkarten eingetragen war. Der dortige Strand (Papa Playa) war uns als besonders schön beschrieben worden. Als wir dann am Meer / Ägäis ankamen, war die einzige Infrastruktur eine Strandbar, sonst war weit und breit nichts. Wir beschlossen daher am Strand zu schlafen,
David im Zelt und Otto und ich im Freien.

In Mazedonien haben wir (Otto/Johannes) uns entschlossen, unser gemeinsames Zelt per Post zurückzusenden, da keiner von uns beiden, nach nun bereits knapp 2 Monaten mit Temperaturen zw. 30 und 40 Grad, abends noch im engen Zelt „Haut an Haut" schlafen wollte. Außerdem konnten wir nun 1 kg an Gewicht im Rucksack einsparen und vertrauten ganz einfach darauf, mit Isomatte und Schlafsack auszukommen. Nebenbei ist das tägliche Improvisieren sowieso selbstverständlich für Pilger
und immer wieder spannend und voller Überraschungen.
Frei nach dem Motto: „Du weißt zwar nicht's vom nächsten Tag, schon gar nicht wo du schlafen wirst, aber du weißt, dass es gut gehen wird!"
In der Nacht gesellte sich dann völlig überraschend jemand zu uns! Anfangs hatten wir ehrlich gesagt etwas Angst, da er sehr verwildert aussah und auch nicht unsere Sprache konnte. Als wir dann wieder einschliefen und frühmorgens durch Sonnenaufgang und Meereswind geweckt wurden, lag er neben uns!! Den ganzen Tag war er in unserer Nähe. Als wir uns abends, wegen der doch etwas unruhigen Nacht, entschlossen hatten, etwa 10 km zum nächsten Ort zu gehen, begleitete er uns. Wir mit der Taschenlampe, er mit seinem guten Instinkt ausgestattet. Nach einer ruhigen Nacht im Zimmer erwartete er uns morgens bereits vor der Haustüre. Daraufhin nahmen wir ihn als „4. Pilger" auf und tauften ihn auch gleich - hier ist „unser" BLACKY:

Wie lange wird er wohl bei uns sein? Vielleicht ist er gar der erste Hund, der auf 4 Pfoten die Türkei durchquert (etwa 1.500 km ). Über die Grenze nach Syrien können wir Blacky sowieso nicht mitnehmen, mal sehen...

Am FR 3. September 2010 erreichten wir bei Einbruch der Dunkelheit, gegen 20.00 Uhr, das Gebiet von Troja. In einem abgelegenen Dorf (Halileli) treffen wir einen Mofafahrer, der, wie sich dann herausstellte, uns 2 Stunden davor in einer Bar 3 Cola servierte. Mit Freude begleitete er uns bis zu seinem Bauernhof. Seine Eltern und er leben dort wahrlich einfach, fast unglaublich für uns, vermutlich so wie vor 50 Jahren in Österreich... Da es nun schon finster war, ließ er es sich nicht nehmen, uns noch die etwa 5 km nach TROJA mit dem TRAKTOR (sehr stolz darauf!) zu bringen...! Wir revanchierten uns natürlich mit einem Bier bei ihm.






















