Im Grenzgebiet von Türkei und Syrien
Im Grenzgebiet von Türkei und Syrien
Nach 10 Wochen Gehzeit in der Türkei erreichen wir am 10. November 2010 das Grenzgebiet nach Syrien. Dass Syrien irgendwo in nahen Osten liegt habe ich zwar gewusst, aber dass wir hierher von Österreich einmal zu Fuß gehen werden bzw. dies möglich sei, ist im Nachhinein nach wie vor fast unvorstellbar... Hmm, auch die längste Reise beginnt doch mit dem ersten Schritt.
Kurz vor der türkischen Grenzstadt Reyhanli gehen wir wie meist, in einem größerem Abstand hintereinander, aber in Sichtweite. Ich war zu dem Zeitpunkt in Gedanken über den bisherigen Pilgerweg, immerhin der letzte Tag in der Türkei. Da hielt plötzlich ein PKW neben mir an und gab mir zu verstehen, ob ich mitfahren wolle. Ich grüßte ihn freundlich und lehnte ab. Etwa 10 Minuten später kam mir dieser Mann dann zu Fuß entgegen und irgendwie kam mir spontan der Gedanke, dass er Polizist in Zivil sein könnte.. Er sah zwar nicht so aus, oder etwa doch? Stellt sich die Frage, wie sieht ein Polizist in Zivil aus?? Bevor er mich ansprechen konnte, sagte ich unvermittelt zu ihm, dass ich ein Polizist aus Österreich sei. Fast zeitgleich zeigten wir uns gegenseitig unseren Dienstausweis. Offensichtlich verdutzt musterte er mich von oben bis unten und sagte in Englisch: Ich bin Polizist! Beim Wort „Passport please“ hielt er dann inne und wir beide lächelten. In der Folge bestand er darauf, mich auf einen Tee zur Polizeistation einzuladen. Nachdem David und Otto inzwischen ebenfalls bei uns waren, fuhren wir gemeinsam im (zivilen) Dienstwagen zur Polizeistation.

Jeweils links ist der „geheime“ Polizist zu sehen...
Danach ließ er es sich nicht nehmen, uns die restlichen 10 km zur Grenze zu fahren. Wir genossen die kurze Fahrt und er war er uns auch noch bei der Ausreise behilflich. Was wir jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten war, dass das sogenannte „Niemandsland“ im Grenzbereich zu Syrien ein militärisches Sperrgebiet ist. Somit war jegliche Aus- bzw. Einreise zu Fuß unmöglich und verboten! Einer seiner Kollegen vermittelte uns einen auf die Abfertigung wartenden Reisebus, mit dem wir durch das Sperrgebiet fuhren.
Also, besser hätten wir es wohl nicht erwischen können.
Auch die Einreise nach Syrien verlief in der Folge positiv und relativ unkompliziert. Wurde uns zuvor ja von den verschiedensten Stellen gesagt, dass wir mit einer sehr genauen Kontrolle und Befragung und auch mit einer Zurückweisung zu rechnen hätten. Es wurde dann Gott sei Dank lediglich unser „6 Monatsvisum“ im Pass kontrolliert. Dieses hatten wir uns ohnehin zuvor in Wien besorgt und wussten auch dass wir als Reiseziel weder Israel noch Palästina angeben dürfen. Syrien und Israel stehen in einem sehr angespannten Verhältnis zu einander, wodurch die gemeinsamen Grenzübergänge geschlossen wurden.

Weiter: von Homs nach Damaskus





















